Montag, 28. August 2017

22.8.17 Tag 1: Matschig

Also, ich bin zurück in der Zivilisation. Wer aber jetzt glaubt, ich fang von hinten an und berichte gleich von Erfolg oder Nichterfolg, liegt falsch, ich musste auch länger auf das Ergebnis warten ;-) Auch Bilder werden teils noch ergänzt, Jens und ich wechselten uns immer ab, daher hab ich im Moment nur jeden zweiten Tag...

Heute hab ich gut gepennt, um 8 gabs Frühstück, um 8,45 Uhr wurde ich abgeholt. Patson brachte eine fette, riesige Daunenjacke mit, viel besser! Meine restlichen Sachen brachten wir noch in Jens' B&B, im Hostel wollten sie unverschämte 3$ pro Tag für zwei kleine Tütchen! Im Bus saß schon unser ganzes Team: Guide Patson, Assistent-Guide Mbise, Koch und 8 (!) Träger. Um halb 10 kamen wir am Machame-Gate an, laut Gipsy auf etwa1800m. Es pisste so richtig, klasse! Hier war ganz schön was los, zig Träger organisierten das Gepäck, es wurde gewogen und alles mögliche registriert. Ganz unterschiedliche Leute wollten auf diesen Berg, darunter ein doch schon älterer Mann, ein etwa 12jähriger Junge, lustige Chinesen, gestylte Mädels... Bestimmt hundert Touris und das nur auf dieser Route!

Wir warten. Und warten. Und warten. Manche Gruppen, v.a. die großen bekamen schon mal hier Lunch. Immerhin, der Regen wird weniger und hört schließlich ganz auf. Nachdem um halb eins die Registrierung abgeschlossen und das Gepäck "verladen" ist, brechen wir auf. 5h sind bis zum Camp veranschlagt. Pole pole (langsam) gings los, die ersten 1 bis 2km auf einer Forststraße, dann in den "echten"Weg. Mbise geht immer voran, Patson am Ende. Schon bald bin ich im Top unterwegs, wird doch schnell warm, auch wenn keine Sonne zu sehen ist. Der Weg wird immer matschiger.

Immer wieder überholen uns Träger, es müssen hunderte sein. Teils in Turnschuhen und Jeans, oft mit alten Wanderschuhen von Touristen. Beladen mit riesigen Taschen, Rucksäcken und was weiß ich allem, verteilt auf den Rücken und den Kopf. Unglaublich, wenn man von jemandem überholt wird, der Zelt, Tisch und Stühle auf dem Kopf balanciert! Nach etwa 1.45h meint Patson, wir haben schon über die Hälfte! Wir essen den Inhalt unsrer Lunchbox: Pommes, Sandwich, Banane, Muffin und Saft. Da mir beim Sitzen sogar mit Softshelljacke kalt wird, gehts schnell weiter. Es folgt ein steiles Stück, pole pole! War schon recht anstrengend. Irgendwann hatte ich dann mal ein ziemliches Tief, es zog sich wie Kaugummi. Hab dann irgendwann gefragt, wie weit es noch ist. Nur noch  20 Minuten!

Das steigerte die Motivation nochmal gewaltig und wir setzten an zum recht flachen Endspurt. Um halb 5, nach vier Stunden inkl. Pause sind wir am Tagesziel, dem Machame-Camp auf 3030m Höhe. Wir müssen uns registrieren, dann gehts ins Zelt. Das steht schon, alles ist drin! Ich bin doch recht nassgeschwitzt, also alles runter, dann kommt die tägliche Schüssel mit heißem Wasser zum Waschen. Schnell ist das Zelt geflutet, merke: Schüssel bei Hanglage immer am tiefsten Punkt des Zelts positionieren! Immerhin, es scheint etwas Sonne aufs Dach und ich fühle mich deutlich sauberer.

Dann werden wir von Rage (sprich: Radschi) ins Fresszelt kommandiert. Er ist unser Kellner und dafür zuständig, dass wir genug essen und trinken. V.a. trinken, mind. 3l pro Tag. Also hinein in die gute Stube. Es ist ähnlich wie am Inkatrail: Es gibt heißes Wasser für Kaffee, Tee, Kaba, dazu Kekse, Popcorn und Nutella! (Das ist aber früh leider immer gefroren...) Trinken, trinken, trinken. Wir quatschen und schreiben Blog bzw. Tagebuch, natürlich analog! Ich teste das Klo, gut Luftanhalten ist angesagt, es ist halt nur ein Loch! Gegen halb 7 reißt der Himmel auf und wir sehen zum ersten Mal den Gipfel. Ganz schön weit weg! Scheiße!

Zum Abendessen gibt es Gurkensuppe, Fisch, Pommes, Gemüse, Kraut und Avocado. Lecker, aber sauviel! Nach etwas Lesen wird uns kalt, wir verziehen uns in unsere Zelte und in den warmen Schlafsack. Um halb 10 mach ich die Stirnlampe aus, gute Nacht!

Montag, 21. August 2017

21.8.17 Der Berg ruft

Heute klingelte um 6.15 Uhr der Wecker. Nicht dass ich nicht eh schon wach war, die Matratze war echt scheiße! Hatte was von Hängematte und da ich auf dem Bauch schlafe, musste ich erstmal improvisieren. Um halb 7 sollte ich bereit sein für den Pickup. Klar, dass der erst um viertel 8 da war :-(  Aber ich trau mich nicht, einfach mal später aufzutauchen. Man brachte mich zum echten Bus, ein etwas kleinerer als die großen Reisebusse. Um kurz nach 8 war dann endlich das Gepäck auf dem Dach verschnürt und es ging los. Außer mir noch vier Kenianer, die auch sehr stark nach Kilimajaro aussahen.

Erstmal gings noch zum Flughafen weitere Leute einsammeln. Lustig, an der Einfahrt muss man raus aus dem Bus und mit Handgepäck durch einen Sicherheitscheck. Also mit dem Gepäck, das man da mit rein nehmen will... Es war schon fast halb 10 bis wir wieder weg waren. Kurz nach 12 waren wir an der Grenze nach Tansania. Auf der kenianischen Seite standen wir fast ne Stunde an. Dann gings mit dem Bus auf die andere Seite. Ehrlich gesagt ging mir der Arsch ordentlich auf Grundeis, irgendwie hatte jeder außer mir einen Visazettel in der Hand. Aber es ging gut, wie im Internet gelesen gab es das Visa on Arrival, das auch nicht länger dauerte und wie angekündigt 50 Dollar kostete.

Gegen kurz vor zwei gings dann endlich weiter. Landschaftlich wurde es immer trockener und staubiger. Die eher rötliche Erde in Kenia wurde durch beige abgelöst, die Bäume sahen aus, als könnten sie etwas Wasser vertragen. Irgendwann tauchte er dann links vom Bus auf, leicht in den Wolken versteckt, naja eigentlich eher stark: Der Kilimajaro! Ganz schön hoch! Um vier waren wir in Arusha, wo ein Großteil ausstieg. Alles Gepäck kam vom Dach und dann die Hälfte wieder drauf. Wäre auch zu einfach, von Anfang an zu sortieren ;-) Um halb 6 hieß es dann Endstation Moshi. Musste dann noch ein wenig verhandeln, denn ich hatte schwarz auf weiß, dass ich zum Hostel gefahren werde. Klappte dann auch.

Um 6 war ich dann endlich dort, ziemlich außerhalb, aber dafür mega ruhig und richtig schön! Neu, super sauber, gemütlich, Bar und Restaurant im Garten und Frühstücksraum samt Chilloutecke innen. Dazu eine Dachterrasse, von der man normal den Kili sehen kann. Bin in einem 6er Dorm für vielleicht 8$ die Nacht, sind aber nur 3. Ich begann meinen Rucksack zu sortieren nach muss auf den Berg mit mir, muss auf den Berg mit dem Porter, muss nicht auf den Berg. Der letzte Haufen ist irgendwie der kleinste...

Dann standen auch schon Patson, mein Guide und Jens, mein Mitstreiter vor der Tür und holten mich zum Essen ab. Beide echt sehr nett. Wir fuhren in ein nettes Rstaurant mit Blick auf die Stadt. Hatte bisher noch nie Spaghetti Pomodoro ohne Tomaten ;-) Ist ja wie Obstsalat ohne Obst! War aber trotzdem ganz ok. Wir besprachen alle Fragen und Problemchen, dann fuhren wir wieder zurück. Ich probierte meine warme Leihjacke und Hose. Hm, unter warm stell ich mir was anderes vor, v.a. bei der Jacke, die ist eher eine recht dicke Softshell, ich bin noch nicht so wirklich überzeugt... Wird wohl ne recht dicke Zwiebel. Wir kucken aber morgen nochmal, ob wir noch was besseres finden.

Morgen geht es ganz human los, Abfahrt gegen halb 9! Vorher ist also noch genug Zeit, in Ruhe fertig zu packen und zu frühstücken. Dann geht also das große Abenteuer los. Drückt mir die Daumen. Wenn alles gut geht, stehe ich dann Sonntag früh auf dem Gipfel. Wie es auch immer verläuft, ich melde mich frühestens wieder am Montag Abend!

Sonntag, 20. August 2017

20.8.17 Halbzeit, Tschüß ihr lieben Intrepidler

Heute brach also der letzte Tag unserer Tour an. Abfahrt war schon um halb 7, also klingelte der Wecker und 5. Nachts wars ziemlich kalt, es wurden noch mal beide Schlafsäcke genutzt, dann wars aber kuschlig warm. Einpacken, diesmal endgültig alles wieder in den Rucksack, Zelt abbauen, Lunchpaket packen. Um 6.23 Uhr fuhren wir los, wir werden halt immer besser.

Im Truck wars saukalt, nur Florence sah das anders und öffnete das Fenster. Interessant, dass wir schneller frieren als Kenianer! Also kam der Schlafsack gleich nochmal zum Einsatz und bedeckte Annemarie und mich für die ersten Stunden. Es ging ans große Emailadressen- und Nummernaustauschen, außerdem wurde das Trinkgeld für unsere drei Superhelden gepackt, es bekam jeder von jedem so etwa 30$. Außerdem den Zugang zur Onlinebewertung. Es ist wohl so, dass in den 4 Monaten der Nebensaison nur Guides, Köche und Fahrer mit den besten Bewertungen eingestellt werden. Da müssen wir dafür sorgen, dass unsre drei dabei sind!

Gegen 11 mussten wir uns von Emily verabschieden, die noch eine Freundin besuchte und vorzeitig ausstieg. Am Rift Valley, unserem ersten Stopp auf der Hinfahrt kauften wir noch ein paar geröstete Maiskolben. Um 1 waren wir zurück am Hotel. 8 von uns dürfen sich aber freuen. Sie hängen noch eine Tour dran, Serengeti bis Sansibar und kurz vorm Ziel erfuhren wir, dass KFC und Florence auf dieser Tour dabei sind. Unter Umständen seh ich also alle auch noch auf Sansibar, wir müssten etwa zeitgleich ankommen!

Ich brachte meine Sachen in mein Hostel gleich nebenan. Ist schon etwas in die Jahre gekommen und könnte die eine oder andere Renovierung brauchen, aber es ist recht sauber und die Leute sind freundlich. Scheint als bin ich allein im Dorm. Dann gingen wir noch zusammen Mittagessen im Hotel (ich nicht, ich hatte noch genug von meinem Mais...), bevor die Zeit des Abschieds kam. Schon komisch, wenn man so lang quasi durchgehend mit denen zusammen war. Aber auch schön, neue Anlaufstellen in Australien, Neuseeland und Kanada zu haben! Die anderen brachen in verschiedene Richtungen auf, Flughafen, neue Unterkunft oder Giraffencenter. Ich tappte in die Stadt, ein paar Sachen für morgen auf der Fahrt und für den Kili kaufen und dann zu einem recht frühen Abendessen. Jetzt besitze ich noch ca. 1 Euro in kenianischer Währung... Für das Bier später müssen dann wohl ein paar Dollar herhalten.
Morgen früh geht es dann mit dem Bus inkl. Hotelpickup nach Moshi, dem Ausgangspunkt für den Kilimajaro.

Fazit zu Intrepid:
Ich wusste ja nicht wirklich, was mich da erwartete. Bisher war ich ja immer auf eigene Faust unterwegs. Aber es gab nichts, was ich in irgendeiner Form bereut hätte. Wir waren ein super Truppe mit überragenden drei Leithammeln. Florence, immer fröhlich, immer hilfsbereit. Ben, der uns sicher über die schlimmsten Hubbelpisten brachte und durchhielt, während der ganze Truck pennte. Und Kioko KFC, der immer dafür sorgte, dass wir nicht verhungerten und auf meine Bitte hin komplett auf Koriander verzichtete. Kein Depp in der Gruppe, keine Nervensäge. Wir sahen auch Trucks von GI Adventures und Exodus, sehr ähnlich, aber keiner von uns wollte tauschen. Wir hatten unglaublich viele Kilometer zurückzulegen, ich glaube insgesamt etwa 3200, das war aber anhand der Tourbeschreibung klar. Trotzdem wars nie langweilig und wenn doch konnte man ja mal ne Stunde pennen. Gerade für Afrika, wo man aufgrund der Game Parks auf einen fahrbaren Untersatz angewiesen ist, ist so eine Tour echt zu empfehlen. Und bestimmt nicht meine letzte Tour. Ich hab afrikanisches Blut geleckt, schlimm genug, dass ich diesen Kontinent die letzten 7 Jahre komplett ignoriert habe! Und wenn ich wieder komme, steht die Chance gut, dass zumindest ein Teil wieder mit Intrepid sein wird!

Samstag, 19. August 2017

19.8.17 Zurück nach Kenia

Heute früh gabs wieder um 6 Frühstück und Punkt 7 waren wir unterwegs. Alle waren ziemlich verschlafen, nur Annemarie plapperte ohne Punkt und Komma. Sie ist ja echt nett, aber sie muss mich auf alles hinweisen,  die Farbe der Häuser, die Wolken und was weiß ich. Egal ob ich lese,  schlafe oder Kopfhörer drin hab. Irgendwann zückte sie dann ihre Kamera und stellte den Weltrekord in Straßenfotos auf. Ungelogen, es klickte alle 10 bis 15 Sekunden, ich hab mitgezählt!  Und das bestimmt eineinhalb Stunden lang, dabei gabs echt nicht so viel zu sehen, sie fotografierte echt alles!

Um 10 waren wir an der Grenze zurück nach Kenia. Es war niemand da, keine Problem, damit ging es schnell. Zum ersten Mal brauchte ich mein Gelbfieberimpfzertifikat, außerdem wurde mit einem Blitzdings Temperatur gemessen. Puh, bestanden! Ich hatte noch 15000 Uganda Schilling, knapp 4 Euro. Ich tauschte sie direkt in Samosa um. Um 11 waren wir wieder abfahrbereit und es ging weiter. Gegen halb 12 waren wir da, wo wir auf der Hinfahrt schon guten Kaffee hatten, Mittagspause. Es gabt Kaffee und Lunch mit Guacamole.

Wir hatten Zeit, erst gegen 1 fuhren wir weiter. Um halb 4 waren wir in Eldoret,  wo wir wieder schlafen würden. Wir hielten noch am großen Nakumatt Supermarkt, um Bier zu kaufen, im Camp gibts keine Bar. Nakumatt ist echt groß und es gibt jeden Mist, aber keine Chips! Ungelogen, der erste Supermarkt ohne Chips. Um halb 5 waren wir im Camp, in dem wir schon die 2. Nacht waren. Dieses Mal aber bei strahlendem Sonnenschein. Trotzdem bauten nur 3 Teams das Zelt auf, alle anderen zahlten für ein Upgrade. Am krassesten ist Bruce, der schlief echt nur 2 Nächte im Zelt, als es keine Alternative gab. Frag mich, warum der ne Campingtour gebucht hat... Die beiden letzten Nächte war er im 5-Sterne-Hotel für 120 $ die Nacht!

Erin und ich stellten ein letztes Mal unser Zelt auf. Dannschmiss ich mich mit meiner Schlafmatte in die Wiese in die Sonne, Kindletime! Sehr gepflegt, so hatte ich mir das vorgestellt! Dann gings in die Dusche und mit Tablet und Bier zur den anderen in unsren Stuhlkreis. Jetzt, wo die Sonne weg ist, kühlt es schnell ab,  sind halt doch recht hoch hier. Daher wurde das Lagerfeuer angezündet und wir warten auf unser letztes gemeinsames Abendessen :-(

Das war nochmal sehr lecker. Danach saßen wir noch etwas am Feuer und tauschten uns über die Highlights und die unbedeutenden Lowlights der Tour aus (Moskitos im Moskitonetz, Regen beim Zeltaufbau...) Florence meinte auch, dass wir eine super tolle Gruppe waren und dass das nicht immer so harmonisch abläuft...

Freitag, 18. August 2017

18.8.17 Do not panic!!!

Heute durften wir ausschlafen! Gab erst um acht Frühstück :P Pancakes, also schlug ich auch mal zu! Dann schnell Laundry abliefern und zum Briefing für den Tag: 7 von uns fuhren zum White Water Rafting! Nach einer kurzen Ansage gings ne dreiviertel Stunde den Nil entlang Richtung Norden. Dort gabs die richtige Ansage, machte einen überaus professionellen Eindruck. Gab klare Anweisungen, was wir tun sollten, wenn wir rauspurzeln und eine klare Abschlussansage: Do not panic!

Mit diesem Wissen und einem zweiten Frühstück gings zur Ausrüstung, der Helm saß, die Schwimmweste wurde festgezurrt bis zum Anschlag. Perfekt, es wurden 7er Gruppen gebildet, wir als Team Intrepid blieben also alle zusammen! Dann gings ins Boot, ich ganz vorn mit Bruce, dem n.C. Wir sollten erstmal nen Rhythmus finden und schon saß Bruce eine Reihe weiter hinten... Dann wurden alle möglichen Manöver geübt, war echt gut für später.  Wir waren das einzige Boot, das es schaffte, im Takt zu paddeln. Wir hatten vier Kajaks neben uns zur Sicherheit, die uns wieder rausfischen und zum Boot bringen konnten. Ein Freiwilliger wurde gesucht zum Demonstrieren, also war ich gleich mal im Wasser. Und danach wir alle zusammen, um zu versuchen allein ins Boot zu kommen. Schaffte aber nur ich!

Dann gings richtig los in Richtung der ersten Stromschnellen, gleich Stufe 5, die höchste, die Nichtprofis machen dürfen. Ging langsam los, denn wir steckten fest, mussten aussteigen und 2m tiefer wieder rein, dann gings gleich voll ab! Geil! Ausruhen war nicht, direkt danach war eine 4er Stromschnelle, eigentlich ein klitzekleiner Wasserfall. Danach wars erstmal entspannend, wir fuhren den ruhigen Nil entlang. Wobei entspannend der falsche Ausdruck ist, denn das war definitiv anstrengender als die Rafts, aber dafür nervenschonend. Unsere Kajaker servierten uns Wasser vom Safetyboat, wir machten Fotos und durften ne Runde schwimmen. Bruce schaffte es natürlich abzutreiben und wurde vom Kajak aufgegriffen...

Dann kam die beste Stromschnelle, wieder Stufe 4. Was auch immer schief lief, es hat sich gelohnt, ich lernte fliegen, wir kippten um ;-) Da ich rechts saß und wir nach links kippten, fiel ich über Julia auf der anderen Seite kopfüber rein. Ok, do not panic! Paddel losgelassen und kurz gewartet, die Schwimmweste würde mich schon wieder hoch bringen. Dann sammelte mich ein Kajak ein und brachte mich zu einem anderen Boot. Musste wohl alles recht schnell gehen, denn wir waren noch mitten in der Stromschnelle und es wurde felsig. Klappte alles, ich fuhr im anderen Boot mit durch die Schnellen bis unser Guide Wilson uns alle wieder einsammelte.

Es gab ne kurze Verschnaufpause,  dann steuerten wir auf eine Stufe 6 zu. Hieß also raus aus dem Boot und um das schlimmste rumlaufen. Hammerteil, ich bin ja echt nicht schisserig, aber da wollte auch ich nicht rein! Außerdem begann es zu gewittern, mit Blitz, Donner und starkem Regen. Die Boote wurden ein Stück weit getragen bis wir nach der schwersten Stelle wieder ins Boot durften. Irgendwie ist das nochmal was anderes, wenn man von außen sieht, wo man gleich durch fährt! Aber wir schafften es ohne weitere Badeeinlage.

Danach gabs Lunch auf einer Insel mit Dach, also im Trockenen. War aber trotzdem recht frisch. Wir hatten echte Sandwiches und Ananas, dann gings zu den nächsten vier Stromschnellen. Die waren auch nochmal gut, aber die früh fand ich besser. Dafür hörte es auf zu regnen und wurde wieder recht schön. Besondere Highlights gab's nimmer, einmal durften wir noch schwimmen, ein ganzes Stück lang, in der Strömung wars echt schnell. Fix und alle, mit einigen blauen Flecken und Muskelkater kamen wir am Ziel an, wo uns Bier und was Essbares erwarteten. Wir legten uns trocken und kuckten uns die Videos der Fahrt an. Fotos gibts hier netterweise inklusive, Videos kosten 45$, aber durch 7 ist das schon ok.

Alles in allem ein super actionreicher Tag mit super Guide Wilson. Der ist übrigens nur einige Wochen hier, eigentlich hat er eine Rafting-Agentur am Sambesi bei den Viktoriafalls. Hab mir mal seine Karte geben lassen, da komm ich bestimmt auch mal hin;-)

Dann fuhren wir zurück zum Camp. Ich bekam meine Laundry, duschte und wir tauschten die Bilder und Videos. Dann gabs ein super Abendessen, Fisch aus dem Nil mit Kartoffelstampf und Spinat, super lecker. Jetzt sitzen die letzten Reste in der Bar, bevor es ins Bett geht. Morgen gehts dann zurück nach Kenia,  Wifi und Blog gibts frühestens Sonntag wieder!

Donnerstag, 17. August 2017

17.8.17 Und weiter gehts zum Nil

Gestern Abend wars noch recht lustig. Erst gabs Abendessen, Tomatensuppe und danach Reis und Gemüse. Dabei hatten wir davor schon Pommes in der Bar. Wird hier langsam zum Running Gag, irgendwer beginnt und bestellt nen Teller, wenn der leer ist bestellt der nächste... Dieses Mal gabs aber gleich drei auf einmal. Nach dem Essen gabs noch eine kleine Feier, denn Chaun und Corra hatten ihren 3. Hochzeitstag, sind a er schon 17 Jahre zusammen, und das mit 34 und 35. Unvorstellbar für die übrigen Beziehungsunfähigen in unserer Gruppe ;-) Florence hatte einen Kuchen bestellt im Hotel, sehr lecker und schön verziert. Dann gingen wir nochmal in die Bar, ich versuchte es mit einem Mojito. Hm, naja, was soll ich sagen, keine Experimente! Gegen halb 10 waren wir mal wieder im Zelt. Horror, anscheinend war Stromausfall und der riesige Generator war direkt neben unsrer Wiese. Selbst mit Ohrenstöpfel noch saulaut!

Beim Frühstück um 6 waren wir dementsprechend alle topfit ;-) Die Upgrader hatten Frühstück im Hotel und meine Sitznachbarin Annemarie  (die älteste der Gruppe, bestimmt über 70) brachte mir einen Muffin mit, voll süß! Dafür gabs einen vollen USB-Stick mit Fotos! Wir fuhren weiter Richtung Nordosten durch Uganda. Lesen, Schlafen, Sudoku, Leute kucken, Musik hören. Gegen halb elf waren wir am Äquator! Da wo wir schon mal waren, also bestellten alle Chapati Chips mit Guacamole to go. Und ich kaufte drei Elefanten! (Anja!!!) Ich wiederholte das Foto vom anderen Äquator  (ich hab noch nie so oft in so kurzer Zeit den Äquator überquert!) Und wir fuhren weiter. In Kampala gabs Lunch, dann standen wir im Stau nach Jinja, wo wir die beiden nächsten Nächte sind. Unterwegs stoppten wir mal wieder an der Straße zum Gemüsekauf. Und jeder verstand die Sache mit keine Fotos, außer der n.C... Der musste natürlich wieder mit dem Megatele drauf halten...

Um halb fünf waren wir im Camp, wunderschön gelegen, direkt über dem Nil! Wenn wir morgen die Zelttür öffnen, kucken wir direkt auf ihn. Nachdem die Zelte standen, gabs ein Briefing von der englischen Chefin für uns und eine andere Gruppe in der Bar, natürlich mit Nile-Bier! Das Programm für morgen ist frei wählbar, meines klingt vielversprechend! Nass und actionreich, mehr morgen ;-)Danach half ich KFC mit dem Kochen (allein, wo war Gruppe C, wenn wir das erste Mal kochen sollen?!?), duschte kalt wie fast immer, obwohl es heiße gibt. Es ist super Wetter und wunderbar warm.

Ich war genau rechtzeitig fertig, um den Sonnenuntergang über dem Nil in der Bar zu erleben. Schon toll, wenn man überlegt, dass der hier von seiner offiziellen Quelle im Viktoriasee durch insgesamt 11 Länder fließt, bevor er in Ägypten ins Mittelmeer mündet. Dafür braucht das Wasser etwa 3 Monate,  wobei nur 5% von hier auch dort ankommen. Auch kein Wunder, dass er für so viel Ärger sorgt, der Südsudan und Ägypten haben keinerlei andere Wasserquellen!

Jetzt gerade ist es halb 8 und wir sitzen auf der Terrasse der Bar mit einem Bier und genießen den tollen Blick. Freu mich auf morgen, wird adrenalinreich!

Abendessen war wieder lecker, Spaghetti mit zweierlei Gemüse und die Reste vom Kuchen gestern. Jetzt sitzen wir schon wieder in der Bar und lassen den Abend in Ruhe ausklingen. Gute Nacht!

Mittwoch, 16. August 2017

16.8.17 Wir begeben uns auf den langen Weg zurück

Heute war um dreiviertel 6 ugandische Zeit (also um dreiviertel 5, aber das andere klingt ansatzweise besser) die Nacht zu Ende, um 6 war Abfahrt... Wir starteten pünktlich auf die Minute, auf der Fahrt ging die Sonne über dem See auf, sehr hübsch. Nach gut einer halben Stunde waren wir am Grenzübergang Kyanika, mitten im Hochland. Nach etwas Anstehen und Drängler abwehren kam ich auch dran. Der Typ schrieb tatsächlich per Hand (!) all unsere Daten in eine Liste! Wir tauschten unser restliches Geld zurück, wobei wir gut aufpassen mussten, der Kerl war nicht so gut im Rechnen und Zählen (haha).

Als alle durch waren kurz vor 9 (Ugandatime) ging die Fahrt weiter. Durchs Hochland, über Serpentinen, nicht gerade schnell. Nach Ruanda kommt einem Uganda echt dreckig vor. Wir fuhren an einem Camp mit Flüchtlingen aus dem Kongo vorbei. Und da beschweren sich die Deutschen über die Flüchtlinge. Die Menschen hier haben selber fast nichts und trotzdem wird jeder ganz selbstverständlich aufgenommen! Schon peinlich!

Am späten Vormittag waren wir wieder in Kabale, die Chance auf Kaffee war gut. Leider war Stromausfall :-( Dafür gabs ein Gemüsesamosa. Um halb 1 hielten wir mitten im Nichts an der Straße für Lunch. Schon lustig, hier bleiben immer die Enden des Toastbrots übrig, genau das was für mich noch am ehesten die Bezeichnung Brot verdient! Man hat immerhin ein wenig das Gefühl, seine Zähne zu brauchen. Wir werden routinierter, um viertel 2 waren wir schon wieder unterwegs. Kurz nach drei waren wir in Mbarara tanken, eine Stunde später im Camp. Ein 4-Sterne-Hotel!

Wir campen auf einer Wiese dahinter, leicht abschüssig. Unterhalb wurde gerade geprobt für eine Hochzeit, sprich, es sah aus wie Zumba Africana! War ganz lustig anzusehen. Unser Zelt stand in vielleicht 5 Minuten, nach 10 waren wir eingerichtet. Ich sprang gleich in die Dusche, es war zu warm, um zu testen, ob das Warmwasser funktioniert... Danach gings in die Bar auf das erste Bier. Hier gibts auch Cocktails, hoffe nach dem Abendessen findet sich jemand hierfür,  morgen können wir eh wieder im Truck pennen... Wifi läuft auch super, wenn nicht gerade der Strom weg ist. Blog ist somit schon fertig. Bis hierher zumindest.